Facebook-Debatte: Durchsuchungen bei „Dresden Nazifrei“

Für Wirbel sorgte ein Kommentar von mir bei Twitter, der parallel dazu bei Facebook erschien. Hiermit möchte ich ausdrücken, dass ich für die polizeilichen Maßnahmen durchaus Verständnis habe, die zur Beschlagnahmung von Material bei „Dresden Nazifrei“ führten. Um es einmal klar zu sagen, da es scheinbar nicht alle verstanden haben: Ich finde den Naziaufmarsch zu Kotzen. Würde die Nazis morgen von der Welt verschwinden, wäre sie schöner und reicher, aber solang es sie gibt, müssen wir uns politisch mit ihnen auseinandersetzen. Dagegen hilft nur demokratischer Protest, an dem ich selbstverständlich beteiligen werde. Es ist aber falsch zu „Blockaden“ oder anderen rechtswidrigen Maßnahmen zu reagieren und so den Nazis in die Hände zu spielen. Weiterlesen

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Ein Linksruck wäre die falsche Antwort

Kaum war der erste Schock über das Ergebnis der Bundestagswahl verdaut, wussten einige besonders schlaue Personen schon, wie die SPD aus der Krise geführt werden musste. Flugs zogen sie ihre Konzepte aus der Schublade (ein Schelm, wer denkt sie steckten dort nicht seit langem drin) und verkündeten die Linkswende der SPD; „radikale“ Veränderungen kündigten indes die Jusos an. Nun ist es nicht überraschend, dass die SPD-Jugendorganisation nicht den Konzepten von gestern die Fragen von morgen klären möchte ist nicht neu; neu ist vielmehr, dass sich die Pragmatiker ist offenbar kalt stellen lassen und vom Wahlergebnis selbst ganz paralysiert sind. Steinbrück möchte keine Führungsrolle mehr spielen und auch der Seeheimer Kreis, namentlich Johannes Kahrs, wirken mit ihren Antworten eher hilflos.

Dass sie keine Antworten hätten, wäre übrigens falsch, zumal die Antworten der Linken noch viel katastrophaler für das Land wären. Mit einem Überbietungswettbewerb an sozialen Leistungen steht ein Verlust an wirtschaftlicher Substanz gegenüber.

Da wundert es nicht, dass die FDP neue Erfolge feiert, aber das wird in der SPD seltsamerweise kaum registriert. Zumindest lässt man den Gedanken, dass die FDP mit ihren Thesen auch in der Bevölkerung Anhänger finden könnte, gar nicht erst aufkommen. Dabei geht es nicht um Bürgerrechtspolitik (die Ernsthaftigkeit der FDP auf diesem Themenfeld möchte ich gar nicht in Abrede stellen, sondern um knallharte marktorientierte (manche würde sagen „marktradikale“) Politik. Wer wählt also die FDP? Nicht nur aber auch: Arbeitslose. Erst in der letzten Ausgabe von Anne Will trat ein Arbeitsloser auf,  der stellvertretend für 10% seiner Bevölkerungsgruppe steht. Er will wieder arbeiten und setzt auf die Rezepte der FDP. Ich will diese jetzt gar nicht bewerten, aber es liegt eine gewisse Logik im Denken der Liberalen. Vor allem aber greifen sie die Nöte auf die in der Zeit der Großen Koalition erst entstanden oder sich zumindest verstärkten. Ich bin der letzte, welcher Große Koalitionen perse schlecht redet, aber diese blieb unter ihren Möglichkeiten. Weder die Armut, noch die Arbeitslosigkeit wurden ausreichend bekämpft; beides sind jedoch gravierende Probleme. Zum Schluss galt nur noch: Wer sich bewegt verliert.

Noch ein Kommentar zum Schluss: Selbst wenn wir eine 2%-Hürde hätten, wie es manche Parteien gefordert hatten, hätte Schwarz-Gelb eine Mehrheit. Die Piraten haben zwar die Parteienlandschaft beeinflusst, sind aber für maßgebliche Veränderungen noch zu schwach.

Blitzmeldung: Bundestagswahl

Das desaströse Ergebnis der SPD bei der Bundestagswahl wird noch zu kommentieren sein. Ich kündige hiermit erst einmal einen ausführlichen Artikel für die kommenden Tage an: Darin werden vor allem Union und FDP auf der einen und die SPD auf der anderen Seite eine Rolle spielen.  Auf LINKE und Grüne werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eingehen (vielleicht auch auf die erfolglosen Piraten).

Getürkter Wahlkampf

Jede Partei versucht im Wahlkampf ihre Zielgruppe(n) möglichst effektiv anzusprechen. Die SPD hat erkannt: Unter unseren Wählern sind viele Migranten. Also haben sie das getan, was die Grünen schon einmal vorgemacht haben und einen Wahlwerbespot auf Türkisch produziert.


So weit so schlecht, denn das Signal, das damit ausgesandt wird, empfinde ich als bedenklich.

Liebe Türken: Ihr müsst Euch nicht integrieren oder die deutsche Sprache sprechen. Eigentlich müsstet ihr Deutsch können, zumindest wenn Ihr die deutsche Staatsangehörigkeit habt (sonst dürfen bei der Kommunalwahl nur EU-Ausländer wählen), aber Scheiß drauf. Integration nehmen wir eh nicht so wichtig und alle die mehr Bereitschaft von den Migranten fordern sind eh Nazis. „Gegen Rechts“ kommt immer gut.

Meine Äußerungen sind plakativ und überspitzt, aber ich möchte eines deutlich machen. Wir brauchen keinen „türkischen“ Wahlkampf , zumindest wenn wir Integration ernst nehmen. Die SPD reagierte schon in der Verganheit mit Anzeigen in der Hürriyet auf den Umstand, dass sie ihre türkischen Wählerschichten sonst nicht erreicht. Nun ist diese türkische Zeitung nicht gerade liberal, erst recht nicht links, aber ein politischer Boykott verbietet sich hier. Es ist schon so, wie es die Hürriyet im letzten Wahlkampf titelte: Entscheiden die Türken die Wahl? und die Antwort muss zumindest teilweise lauten, wenn man sich das Ergebnis der letzten Bundestagswahl anschaut. In Wuppertal, einer Stadt mit hohem Ausländeranteil, gilt diese Frage natürlich umso mehr.

Allerdings ist es auch in Wuppertal noch so, dass Migranten oft in ihrer eigenen Parrallelwelt leben. Zwischen dem Quartier Herbringhausen (1,6% Ausländeranteil und dem Quartier Arrenberg 32,1%)  liegen Welten. Es ist durchaus so, dass sie viele Migranten auf kleinstem Raum konzentrieren, wo sie kein Deutsch sprechen müssen. Die solcher Wahlwerbung holt man sie natürlich nicht aus diesem „Räumen“ (im doppelten Sinne) heraus. Man animiert sie (vielleicht) dazu SPD zu wählen. Wenn dies das Ziel ist (ja das  ist das engere Ziel von Wahlwerbung), dann ist es geglückt. Allerdings sollten Migranten auch an der Mehrheitsgesellschaft teilhaben. So wie es zur Zeit läuft, existieren mehrere Gesellschaften nebenher. Ein Umstand den leider keine Partei wirklich thematisiert und der mit getürktem Wahlkampf übertüncht wird.

Noch mal in aller Schärfe: Ich beteilige mich hier nicht an irgendwelchem Nationalismus und Leitkultur-Debatten, aber wir müssen feststellen, dass wir eine Situation haben, die keine Seite wirklich befriedigen kann.

Damit die Seele Ruhe findet…

…werde ich meine politischen Aktivitäten vorerst stark einschränken, bis zu einem Nivieau „Null“. Allerdings werde ich „der Politik“ auch weiterhin erhalten bleiben, alleine schon weil ich mich für einen politisch denkenden Menschen halte. Ich werde mich in Debatten einbringen und die modernen Medien verstärkt nutzen. Der große Vorteil des Internets ist, dass man es dann nutzen kann, wenn man es wirklich möchte und sich auch genau zu seinen Wunschthemen einbringen kann. Ich werde dies als Chance begreifen und sie nutzen.
Natürlich ersetzt dies kein „echtes“ politisches Engagement und Internetkontakte sind auch keine realen Sozialkontakte, selbst wenn sich richtige Personen dahinter verstecken. Ich sehe dies allerdings als tragbare Alternative und möchte gerne mit Euch in Kontakt bleiben. Große Entscheidungen stehen an und ich werde sie sehr aufmerksam beobachten. Sicher die wichtigsten (aus meiner Sicht), sind die Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen und die Bundestagswahl. Wer dort nicht wählen geht, wird am Ende die im Parlament sitzen haben, die er oder sie dort nicht sehen möchte.

Wahlkampf der Belanglosigkeiten

Wir haben Sommerloch: Das ist normalerweise diese seltsame Schwebephase, in der Hinterbänkler ihre obskuren Vorschläge zur Geltung bringen. Im Wahlkampf dürfen das auch Minister und andere führende Politiker. Zum Beispiel treiben Union und FDP seit Monaten die Sau der Steuersenkung durchs Land. Sie wissen, dass sie diese nicht finanzieren können werden. Allerdings sind die anderen Parteien, inklusive meiner nicht besser. Sie versprechen Abgabensenkungen, einen Ausbau der Sozialen Sicherungssysteme und Arbeit und dies alles in Größen, bei denen jedem normalen Menschen schwindelig wird. Weiterlesen

Computerprobleme

Ich schreibe diesen Artikel von einem Rechner der Universität. Grund sind technische Probleme mit meinem Privatrechner. Ich hoffe, dass er bald wieder funktioniert, aber so oder so wird es demnächst wieder Artikel geben. Versprochen.

Debatten immer-Beschimpfungen nimmer

Gestern habe ich mir das Gelösnis der Bundeswehr anlässlich des 20 Juli angeschaut und mich in einem Tweet positiv über die Soldaten geäußert. Zwar etwas pathetisch, aber ohne Militarismus oder Soldatentum zu heroisieren. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Prompt wurde ich von einem Piraten als Bellizist bezeichnet.

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Wir sind alle Bell

Ich habe mich schon vor einiger Zeit bei der Kampagne Wir sind Bell angemeldet. Dort kann man sich, wie in einem eigenen Sozialen Netzwerk, organiseren und so den OB-Kandidaten der SPD Wuppertal, Dietmar Bell, unterstützen.  Außerdem gibt es noch Ich bin Bell, eine Mitmachkampagne, bei der jeder ein Foto und einen kurzen Text einsenden kann, um zu verdeutlichen, wofür man selbst (und eben auch Bell) steht/stehen.

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…dann werde ich Pirat

Die Piratenpartei verzeichnet ungeahnte Erfolge. Nach den 0,9% bei der Europawahl, ist sie durch den Übertritt des SPD-Abgeordneten Jörg Tauss jetzt auch im Bundestag vertreten. Mit ihren Themen Datenschutz&Freies Internet spricht sie eine junge Wählerklientel an, die offenbar bislang von den anderen Parteien vernachlässigt wurde.  Doch wie ist diese neue Partei einzuschätzen? Weiterlesen

Artikel zur Türkei wird kommen

Wegen anderer Dinge, die mich mehr in Anspruch genommen haben, lässt der Artikel zum EU-Beitritt der Türkei noch auf sich warten, doch ich kann versprechen, dass er bald kommt. Mein Ziel ist es, eine offene und ehrliche Debatte über diese Frage zu führen und jeden Populismus zu vermeiden.

Türkei in die EU: Ja oder Nein?

Türkei in die EU: Ja oder Nein?

Ich muss Abstriche machen

Es geht mir zur Zeit nicht sehr gut und ich kann jetzt vielleicht nicht an jedem Termin teilnehmen. Hierfür bitte ich um Verständnis. Ich hätte mich eigentlich schon länger auf die Uni konzentrieren sollen, die auch zu kurz gekommen ist.  Mir war schon länger klar, dass ich nicht mehr alles so schaffe, wie ich es gerne möchte, wobei ich bestimmte Sachen eh nicht mitmachen kann. Infostände nach Mitternacht werde ich nicht mit betreuen, bin aber ansonsten gerne wieder dabei und werde auch zwischenzeitlich weiter twittern.

Mein Kommentar zur Europawahl

Ich werde mich in einem folgenden Artikel noch einmal ausführlich auf  die SPD, deren Europapolitik und die Europawahl eingehen. Im Moment möchte ich die Debatte

SPE-Rose

SPE-Rose

mit einem Kommentar bereichern, den ich schon bei Facebook veröffentlicht habe:

Seien wir doch mal ehrlich: Die SPD macht zwar eine soziale Politik, die auch für viele Linke attraktiv sein müsste, aber sie ist bei weitem nicht links genug. Das ist sicher auch ein Grund, warum wir massive Mobilisierungsprobleme haben. Es finden sich einfach immer weniger Leute, die bereit sind unsere Politik „zu verkaufen“. Dabei wäre einige einigende Kraft dringend nötig (Öffnung nach links, bei gleichzeitiger Beibehaltung eines Kurses der Mitte; das ist in dem Artikel sehr schön beschrieben) und bis zur Bundestagswahl rennt die Zeit. Ich will das nicht an einer Person festmachen, es kann auch eine starke Führung sein, aber diese Führung muss folgendes schaffen:
1) Die Partei muss wieder streiten. Eine gute Streitkultur ist uns abhanden gekommen. Er gibt nur noch Resignation oder pauschale Beschimpfungen.
2)Klarer Kurs! Was wollen wir?! Den Kurs bestimmen, den dann auch alle mittragen.
3)Einen Wahlkampf der integriert. Wir müssen eine offene Partei werden. Mehr Dialog!