Sarrazin: Ein enttäuschte Hoffnung

Thilo Sarrazin war sicher nie mein Messias. Er ist im übrigen auch die der der extremen Rechten, die ihn als „Vertreter des Systems“ abqualifiziert( unter andere im dem Blog Gesamtrechts) Trotz der Sympathiebekundungen von NPD-Chef Voigt, wird er im rechten Lager nicht so begeistert angenommen, wie man glauben man. Momentan spricht er eher die konservativen Kreise an, welche sich eher durch provokante Worte, als durch den Baseballschläger Gehör verschaffen. Ganz im Stile Sarrazins also.Ich indes bin kein Rechter, ein Konservativer höchstens nach den Maßstäben der Sozialdemokratie. Eine Debatte über Zuwanderung und auch insbesondere kritische Fragen muss aber möglich sein.Dabei empöre mich nicht, dass in Deutschland keine Meinungsfreiheit herrsche, was auch nicht der Fall ist. Deutschland ist ein sehr freies Land, aber die Reaktionen auf Thilo Sarrazins Äußerungen zeigen doch, dass es unangenehm ist manche Debatten zu führen, dass man sie gerne „anders“ führen möchte. Auf jeden Fall nicht so! Sarrazin soll nicht die Debatte bestimmen, die Parteien möchten politischen Boden zurück gewinnen, wo er ihnen zu entgleiten droht. Nur führt momentan jeder dieser Versuche auf neues politisches Glatteis. Man kann nicht zuerst erklären eine Debatte führen zu wollen, um es dann nicht zu tun. Der Brandbrief, den Andrea Nahles diese Woche geschrieben hat, zeigt dies überdeutlich. Eine Generalsekretärin der SPD soll sich politisch äußern, aber sie hat es nur geschafft mit möglichst vielen Worten möglichst wenig zu sagen.

Das versteht niemand mehr. Nicht nur dem BILD-Leser, auch weiten Teilen der Mittelschicht ist nicht zu vermitteln, warum die Aussprache von Problemen nicht mehr möglich ist. In einem kürzlichen Presseclub wurde es an einem Beispiel festgemacht, einer Situation, die fast alle Teile der Bevölkerung trifft: Nachts in der S-Bahn in Berlin unterwegs, werden Bürger von „Menschen mit Migrationshintergrund“ bedroht, beraubt und massiv in ihrer Freiheit eingeschränkt. Dies ist zunächst einmal Fakt und nicht alleine auf Berlin beschränkt.

Wenn die SPD hier Boden verliert, wird sie auch nicht mehr ernst genommen werden. In vielen ehemaligen Hochburgen vertrauen die Leute weder „ihrer SPD“, noch der Politik überhaupt. Die Sarrazin-Debatte könnte diese Probleme noch verschärft haben.

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