Aktive Jugendkultur in Wuppertal

„Wuppertal ist tot“-Dieser Satz mag vielen leichtfertig über die Lippen gehen. In der Tat ziehen viele junge und aktive Menschen weg und „die Alten“ belieben zurück. Allerdings ist dies bestenfalls die halbe Wahrheit. Nicht nur, dass Wuppertal Universitätsstadt ist (mit der Bergischen Universität, der Kirchlichen Hochschule und der Musikhochschule gibt es hier gleich 3 höhere Lehranstalten), sondern es verfügt auch über eine ausgeprägte Jugendkultur. Dabei ist Kultur nicht im engeren oder extremen Sinne betrachten. Viele Großstädter sehen Kultur nur dort, wo viele Konzerte stattfinden, es die angesagtesten Clubs gibt und die „Stadt niemals schläft“, was dann bedeutet, dass man um 4.45Uhr mit der letzten Nachtlinie nach Hause kommt, weil man keine Lust hat auf den um 5.00Uhr einsetzenden Frühverkehr zu warten. Auf dem Land besteht Kultur häufig aus dem jährlichen Schützenfest, gerne auch aus Kirche (wogegen ich nicht grundsätzlich abgeneigt bin) und dies auch oft in Verbindung mit den anderen „Ks“. Wuppertal generiert einen Mittelweg und erfindet sich auch auf eindrucksvolle Weise selbst. Das Prädikat „Arm aber sexi“ könnte ebenso auf Wuppertal passen, obwohl die Stadt gar nicht „sexi“ im Sinne eines Berlins sein will. Dies widerspräche der Bergischen Bescheidenheit. Wuppertal hat durchaus seine Clubs, wenn auch nicht in großer Zahl und manchmal etwas konzentriert. Wuppertal hat aber ebenso viele Vereine, Jugendorganisationen oder kleine regionale Grüppchen. Gerade jetzt, da ich und einige weitere Genossen dabei sind eine Liste zu erstellen, fällt auf wie viele und wie welche vielfältige Gruppen es gibt. Egal ob Sport, Politik, Kultur, Schüler- oder Studentengruppen: Sie sind Ausdruck einer lebendigen Kultur, vor allem aber sind sie nicht abstrakt. Viele Menschen stehen dahinter, alleine im Sportbereich sind es zehntausende. Man kann nur hoffen, dass Wuppertal auch weiter so lebendig bleibt.