Wahlkampf der Belanglosigkeiten

Wir haben Sommerloch: Das ist normalerweise diese seltsame Schwebephase, in der Hinterbänkler ihre obskuren Vorschläge zur Geltung bringen. Im Wahlkampf dürfen das auch Minister und andere führende Politiker. Zum Beispiel treiben Union und FDP seit Monaten die Sau der Steuersenkung durchs Land. Sie wissen, dass sie diese nicht finanzieren können werden. Allerdings sind die anderen Parteien, inklusive meiner nicht besser. Sie versprechen Abgabensenkungen, einen Ausbau der Sozialen Sicherungssysteme und Arbeit und dies alles in Größen, bei denen jedem normalen Menschen schwindelig wird.
Niemand muss sich für gute Vorschäge schämen, aber wenn die Idee, welche jetzt verbreitet werden, wirklich die Wende brächten, stellt sich eine Frage: Warum wurden sie nicht schon früher angeführt, warum tauchen sie „seltsamerweise“ erst jetzt im Wahlkampf auf?
Ich habe eigentlich keine Lust mehr mir täglich neue Vorschläge anzuhören; die Parteien haben Wahlprogramme und diese sollten eigentlich auch gelten. Natürlich findet Politik auch vielfach abseits der heißen Luft statt, die zur Zeit herausgeblasen wird, aber es ist zumindest enttäuschend, wie populistische die Politik in weiten Teilen geworden ist. Gerade auf kommunaler Ebene, aber auch bei vielen Berufspolitiker werden gute Ideen entwickelt, die aber nicht in immer neuen Versprechen bestehen, sondern in guten Konzepten in schwierigen Zeiten. Diese Politiker sollten nicht ausgebremst oder kaltgestellt werden; sie sind weiterhin wichtig, damit unser Land wieder auf die Beine kommt.

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Nachtrag: Heute Abend waren auch die Sommerinterview (9.8), waren auch die Sommerinterviews mit Horst Seehofer und Guido Westerwelle interessant.

  • Die beide mögen sich nicht.
  • Sie arbeiten im Zweifelsfall gegeneinander.
  • und doch wollen sie gemeinsam regieren.

Guido Westerwelle wirft SPD und Grünen vor, dass ihre Inhalte nicht zu denen der FDP passen würden. Das stimmt teilweise.  In anderen Bereichen passen aber Union und FDP nicht zusammen. Lasst uns doch mal wirklich über Inhalte reden.