Killerspiele?

Nach dem neuesten Amoklauf wird wieder verstärkt darüber diskutiert „Killerspiele“ zu verbieten. Meine erste Frage lautete: Was ist eigentlich ein Killerspiel?Überrascht war ich zunächst, als World of Warcraft nicht als Killerspiel eingestuft wurde. Man läuft pauschenlos rum und schlägt irgendwelchen Trollen die Rübe ab (Ich bitte um Verzeihung für meinen flapsigen Ausdruck). Als klassisches Killerspiel wird oft GTA genannt, in zweiter Linie auch Counter Strike. Dabei verschwimmt der Begriff schon beim zweiten Beispiel, denn CT ist längst ein fester Bestanteil der E-Sports Szene und ganze Clans treten gegeneinander an. Das Ziel bleibt gleichwohl dasselbe: Den Gegner „auslöschen“ bzw. daran hindern die eigene Aufgabe zu erfüllen. Das Prinzip von Terroristen und Antiterror-Einheiten ist komplex; ich möchte hier nicht näher darauf eingehen. Kann ein Killerspiel auch eine soziale Komponente beinhalten? Sicherlich, schließlich hat niemand den Begriff näher definiert. Die Medien übernehmen ihn ohne ihn zu hinterfragen und auch der Artikel in der Wikipedia ist eher dünn.

Killerspiel ist im deutschen Sprachraum eine Bezeichnung für gewalthaltige Spiele. Es werden damit in erster Linie gewalthaltige Computerspiele bezeichnet, die das Ausüben von Gewalttätigkeiten gegen Gegner beinhalten oder es werden reale Spiele damit bezeichnet, die dafür geeignet sind die Menschenwürde der Mitspieler herabzusetzen.

Die Gegner sind meist virtuell und wie geschickt (und damit auch real) sie sich verhalten, hängt im wesentlichen vom Spieltyp ab. Um es ganz offen zu sagen: Klassische Ballerspiele sind einfach nur dumm und sprechen auch nur Menschen an, die ohnehin schon ein gewisses Maß an Verrohung durchlebt haben. Um es auf eine kurze Formel zu bringen: Nicht die Spiele sind das Problem, sondern der Umgang damit. Es ist gut, dass jetzt auch verstärkt Schützenvereine ins Visir genommen werden. Dies zeigt, dass die Ursachen Amoklauf von Winnenden, wie für vergleichbare Taten, nie monokausal sind. Spielen, abschalten, Rückkehr ins normale Leben. So sollte es sein und so ist es bei vielen Menschen auch. Wer dies nicht mehr schaffen ist unzweifelhaft krank und benötigt dringend Hilfe. Dies soll die verwerfliche Tat weder beschnönigen, noch legitimieren, aber die Ursache für den Tod von 16 Menschen allein bei Computerspielen zu suchen, ist zynisch und wird der Sache nicht gerecht.

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